Donnerstag, 16. August 2012

Scottish Maiden - Hinrichtung auf Schottisch




Die  ca. drei Meter hohe Scottish Maiden ist als Vorläufer der bekannten Guillotine. Wie der Name - zu deutsch Schottische Jungfrau - wurde sie in Schottland verwendet, von 1564 bis 1708.

Das aus Eichenholz gebaute Konstrukt war auf drei Stützen gebetet - zwei der drei wurden von der dritten Stütze gestützt. Die eiserne Klinge mit waagerechter Unter- und Oberkante war mit Stahl ummantelt, 26cm breit und etwa 33cm lang. Auf der zwischen die Stützen gebettete Klinge lag ein Gewicht von circa 34 Kilogramm. Entlang von kupfernen Führungsschienen und mithilfe des Gewichts konnte die Klinge auf einen mit Blei ausgegossenen Holzblock rutschen.

Unter den insgesamt 150 Opfern der Scottish Maiden war unter anderem König Jakob I., der dieses Gerät selbst später zugeführt wurde.


Mehr dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Scottish_Maiden

Montag, 2. April 2012

Charles I. – ein königlicher Kopf muss rollen




Charles I. wurde am 19. November 1600 als zweiter Sohn von Jacob I. und dessen Gattin Anna von Dänemark geboren. Als sein älterer Bruder mit 18 Jahren starb, wurde er zum Thronfolger und bestieg am 27.März 1625 den Thron. Am 13. Juni desselben Jahres ehelichte er Henriette Marie de Bourbon.

Schon als Charles sein Amt antritt, herrschten Konflikte zwischen König und dem Parlament, die sich bereits zu Regierungszeit seines Vater anbahnten. 

Charles empfand die Mitbestimmung durch ein Parlament als unangenehm.  Zudem war seine katholische Gattin ein Dorn im Auge der puritanischen Mitglieder des Parlaments.
Durch einen Krieg mit Spanien benötigte Charles finanzielle Mittel, die nur vom Parlament erlaubt werden konnte, dass er selbst vorher aufgelöst hatte. Statt die Gelder zu genehmigen verfasste das Unterhaus 1628 die Petition of Right, die die königlichen Rechte weiter einschränkte.  Um seine finanziellen Mittel zu bekommen, unterschrieb  Charles das Dokument ohne jedoch die  Forderungen des Parlaments je umzusetzen. 

Ab 1629 verzichtete Charles auf das Parlament und regierte ohne es. Als sich jedoch 1640 in Schottland Aufruhen verbreiten, benötigte er wieder Geld. Für ein paar Tage berief er das Parlament um seine Angelegenheiten durch zu boxen.  Als im November desselben Jahres  bis 1660 war das Parlament erneut aktiv. Charles gab nach, nachdem einer seiner Berater hingerichtet wurde. Insbesondere zu den Rechten des Parlaments musste Charles mehr Zugeständnisse machen.

Durch Anspannungen zwischen den katholischen Iren und protestantischen Ansiedler, die meistens Engländer waren. Um den Aufstand nieder zu schlagen, brauchte Charles wieder Gelder. Das Parlament war allerdings nicht gerade erfreut und wollte daraufhin seine Macht beschneiden.

Charles reagierte darauf und wollte John Pym, ein einflussreiches Mitglied des Unterhauses, verhaften und hetzte somit die Bürger Londons gegen sich. So floh er nach Oxford, worauf der erste Bürgerkrieg ausbrach: Ein Heer des Parlaments und eine königliche Truppe bekämpften einander, doch nach ersten militärischen Erfolge versagten die königlichen Truppen. 

Charles musste erneut fliehen, diesmal zur Schottischen Armee. Charles verhandelte gleichzeitig mit den Schotten und den englischen Parlament und versuchte sie mit seinen geheimen Verhandlungen beide gegeneinander auf zu wiegen. 

Statt Ruhe ins Land zu bringen, hatten Charles´ Verhandlungen einen zweiten Bürgerkrieg ausgelöst. Oliver Cromwell, ein Parlamentsmitglied, versuchte zunächst mit den König zu verhandeln um eine neue Verfassungsordnung durchzusetzen. Daraufhin wurde Charles verhaftet und das Parlament wurde von Cromwell  und einige Puritaner dazu genötigt, den König wegen Hochverrats anzuklagen. 

Nach einem Schuldspruch bestieg Charles am 30.Januar 1649 das Schafott in London. 
Zu dieser Zeit befand sich seine Familie im französischen Exil und unter Cromwell wurde England zur Republik. Nachdem Cromwell 1658 starb, dauerte es noch zwei Jahre, bis Charles´ Sohn als Charles II. den Thron Englands bestieg und die Restauration einläutete.

Mehr Infos zu Charles:


Mehr zu den politischen Hintergründen:

Mittwoch, 23. November 2011

Jeanne d’Arc – gläubig bis in den Tod




Im Jahre 1412 kam Jeanne in Frankreich zur Welt als Tochter einer Bauernfamilie. Sie hatte ihre erste Heiligenvision angeblich mit 13 Lenzen. Weitere Visionen verschiedener Heiliger sollten dem folgen und trugen ihr auf, Frankreich von den Engländern zu befreien,  welches im Rahmen des hundertjährigen Krieges stark litt. 

Entschlossen verlies sie 1428 ihre Eltern um dieser Berufung nachzugehen. Mit viel Überzeugungskraft schaffte sie es, 1429 den französischen Dauphin von ihrer Mission zu überzeugen.  Dafür musste sie den Klerus und andere hochrangige Personen von ihrem Vorhaben beweisen. 

Mit angefertigter Rüstung schaffte es Jeanne bis Juni als Teil des Heers die Engländer aus den Burgen südlich der Loire zu vertreiben.  Als Jeannes Vorsehung von der Krönung des Dauphins eintrat, erntete sie und ihre Familie reichlich Ruhm und Dankbarkeit. Leider hielt dieser Ruhm nicht lange und nach einigen Fehlschlägen der königlichen Truppen strebte der frisch gekrönte König nach Frieden mit den Engländern. Als Jeannes Versuch, Paris zu befreien, fehlschlug wurde sie 1430 von Burgunden festgenommen. Schließlich wurde sie an die Engländer verkauft.

Die blieb nicht in englischer Gefangenschaft, sondern wurde an die Inquisition überbracht. Die Inquisition beschuldigte sie unteranderem Irrlehren und Dämonenanbetung, so dass 1431 ein dreimonatiger Prozess gegen sie begann.

Trotz ihrer ungewöhnlichen Redegewandtheit wurde sie zu Tode verurteilt. Nachdem ihr der Scheiterhaufen angedroht wurde, wenn sie ihre Aussagen nicht zurück nahm, knickte sie kurz ein und gab ihre vermeintlichen Missetaten zu. Jedoch besann sie sich auf ihren Glauben und widerrief ihr Geständnis. Darauf folgte ein neuer Prozess gegen Jeanne, worauf hin sie am 30. Mai 1431 auf dem Scheiterhaufen des  Marktplatzes von Rouen ihr qualvolles Ende fand.

Weiteres zu ihr: